Waldbegehung

 

 An den Autobahnen, an den Bahnstrecken und im Reichswald finden in den letzten Wintermonaten vermehrt Rodungen statt. Aufmerksame Waldfreunde berichten, dass dieses Jahr besonders viel Holz entnommen wird. Aus diesem Grund hat die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) in Feucht, wie auch im letzten Jahr eine Waldbegehung mit Revierförsterin F. Schnitzenbaumer organisiert.
Generell kann gesagt werden, dass die Klimaerwärmung mit Rekord-Sommern sich auch in Feucht bemerkbar macht. Vor allem Kiefern an südexponierten Waldrändern hatten im vergangenen Sommer Hitzestress und wurden vom Blauen Kiefernprachtkäfer befallen. Die dabei abgestorbenen Bäume werden nun entfernt.
Dass in diesem Jahr viel Holz entnommen wird, sei nicht nur auf das Fällen der Hitzeschäden zurückzuführen, so die Försterin.

Schnitzenbaumer erläuterte, dass das gerade laufende Geschäftsjahr 2016/2017 das letzte eines Zehn-Jahre- Plans der Bayerischen Staatsforsten ist. Um die Zehn-Jahres-Vorgabe zu erfüllen, werde dieses Jahr mehr Holz entnommen als in den vergangenen Jahren. Schnitzenbaumer versicherte aber, dass immer noch mehr Holz nachwachsen könne, als entnommen wird. Bei Nachpflanzungen werden die weniger hitzeempfindlichen Laubbaumarten, wie Eichen, Buchen und Bergahorn und die heimischen Nadelbäume Lärche und Tanne gepflanzt. Fichten haben bei immer trockeneren und heißeren Sommern in Feucht keine Zukunft. Die Nachpflanzungen (4 ha pro Jahr im Revier) erfolgen vor allem unter den ausgedünnten Altbäumen. Daher würden sie oft in ihrem Ausmaß nicht richtig wahrgenommen und unterschätzt.
Die Abstände der Rückegassen, gemessen von Mitte zu Mitte, liegen oft deutlich unter den aktuell angestrebten 30 Metern.
Die Försterin erklärte dies durch die bereits seit vielen Jahren bestehenden Gassen, die aber weiter genutzt werden.
Aus wirtschaftlichen Gründen nimmt die Holzernte keine Rücksicht auf die Brutperiode der Vögel. Es würde aber im Sommer kleinflächiger gearbeitet, so dass Brutverluste durch angrenzende Populationen ausgeglichen würden. Frau Schnitzenbaumer erläutert auch die Forstzeichen für Höhlen- und Biotop-Bäume, die von jeglicher Nutzung ausgenommen sind.
Die Anzahl dieser Biotop-Bäume sowie bekannter Horstbäume von Greifvögeln pro Waldbezirk werden von den Bayerischen Staatsforsten im Internet veröffentlicht. Die genauen Standorte werden aber – auch zu ihrem Schutz – nicht publiziert. Die BN Ortsgruppe in Feucht plant weiterhin Waldbegehungen mit der für unseren Wald zuständigen Revierförsterin, damit man auch in der Zukunft über den aktuellen Stand der Holzwirtschaft im Staatswald bei Feucht informiert is