Schutzzaun

Milde Temperaturen holen Frösche und Kröten aus der Winterruhe. Die Tiere wandern zu ihren Laichgewässern, um sich dort fortzupflanzen. In Feucht passieren sie vor allem die Äußere Weißenseestraße. Jedes Jahr im Frühling suchen Frösche und Kröten die Gewässer auf, in denen sie selbst die Wandlung von der Kaulquappe zum Frosch oder zur Kröte erlebten. Die Tiere wandern meist bei Nacht, denn dann ist die Luftfeuchtigkeit höher als am Tag und sie laufen keine Gefahr auszutrocknen. Dennoch ist die Wanderung ein gefahrvoller Weg. Es gilt Straßen zu überqueren. Dabei gehen die Amphibien äußerst langsam. Eine behäbige Erdkröte braucht nicht selten mehr als eine Viertelstunde, um eine Straße normaler Breite zu überqueren - Zeit genug, um von einem Kraftfahrzeug überrollt zu werden. Kröten und Frösche nehmen alljährlich die gleichen Routen. Einen solchen Wanderweg gibt es auch in Feucht. Er führt über die Äußere Weißenseestraße. Wenn die Amphibien hier bei Nacht von Scheinwerfern geblendet werden, verharren sie auf dem Asphalt und damit in der Todesfalle. Selbst wenn sie nicht überfahren werden, endet die Begegnung mit einem Auto oft tödlich: Der plötzliche, starke Druckunterschied unter einem schnell fahrenden Auto bringt die Tiere bzw. deren Organe zum Platzen.
Um diesem Schicksal vorzubeugen, haben die Mitglieder der Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) letzten Samstag einen Fangzaun entlang der Äußeren Weißenseestraße aufgebaut. Zusätzlich wurden Eimer im Boden eingegraben, die die Tiere auffangen. Während des gesamten Zeitraums der Laichwanderung leeren die Naturschützer die Eimer mehrmals täglich, tragen Tiere über die Straße und zählen sie. Für die Dauer der Amphibienwanderung bittet der Bund Naturschutz Autofahrer um besondere Rücksicht. Langsames Fahren ist der beste Artenschut